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Kann ich meine rechtliche Stellung ihm gegenüber verbessern?


(Dieser Beitrag wurde uns von Katharina zugeschickt.) Hier ist meine Geschichte, deren Ende ich noch nicht kenne. Ich schicke Sie an liebesgeld.de, weil mich interessiert, wie andere Menschen darüber denken. Ich selbst bin zurzeit sehr zerrissen.

Mein Partner und ich haben uns zu Beginn des Millenniums kennengelernt, er Flugkapitän, kinderlos und frisch getrennt von seiner Ehefrau, ich, Sozialpädagogin aber seit einigen Jahren am Reisen und ohne feste Pläne. Nach einer Zeit der Fernbeziehung entschlossen wir uns, beide schon in den Mittdreißigern, zum Projekt Familie.

Jetzt knapp 17 Jahre später haben wir drei gesunde Kinder und eine verfahrene Beziehung. Wir leben (noch) zusammen in einem zwar in gemeinsamer Zeit gekauften aber auf ihn eingetragenen Haus. Alle Einnahmen werden von ihm kontrolliert, der Alltag wird über ein auf uns beide laufendes, von ihm befülltes, Konto abgewickelt. Ersparnisse habe ich keine. Zur Geburt des dritten Kindes haben wir einen Altersvorsorgplan für mich erstellt, der zurzeit vom gemeinsamen Konto bedient wird. Laut Finanzberaterin erwartet mich eine Rente, die 1000 Euro unter dem liegt, was wir damals für mich als wünschenswert errechnet haben. Wir haben nie geheiratet. Es existiert ein handschriftliches nicht beglaubigtes Testament, nachdem ich im Falle seines Todes 1000 Euro monatlich, einmalig 20000 Euro und lebenslanges Wohnrecht im Haus erhalten würde.

Seit einiger Zeit versuche ich meine rechtliche Stellung zu verbessern (gemeinsame Kontrolle über zumindest einen Teil seines Verdienstes, bessere Situation in Bezug auf unser/sein Haus, solide Regelungen für Tod und Trennungsfall), was aber bisher nur mehr Zerrüttung zur Folge hatte. Ich arbeite seit knapp 3 Jahren mit einer halben Stelle, seit einem Jahr (!) leite ich meinen (um ein Vielfaches niedrigeren) Lohn auf ein eigenes Konto, was Empörung auf seiner Seite hervorrief.

Der Alltag mit einem im Flugdienst tätigen Partner ist schwer planbar und erfordert ein hohes Maß an Flexibilität und Anpassung. Seit 13 Jahren lebe ich nun, anfangs gerne, mit der Zeit kritischer werdend in diesem Zustand zeitlicher und finanzieller Fremdbestimmung, ein Leben im ständigen Wechsel zwischen alleinerziehend und Partnerschaft.

Da er bald zu arbeiten aufhört, möchte er jetzt, dass ich voll arbeiten gehe und mich selbst finanziere, inklusive Altersvorsorgeplan. Darüber sind wir nun so in Streit geraten, dass Trennung ansteht. Er kann also bald ganz in seinem Haus leben und die Kinder versorgen und ich kann…gehen?

Ich sehe mich als diejenige, die den Alltag der Kinder zusammenhält, das Nest wärmt und für Stabilität und emotionale Sicherheit sorgt und möchte das auch weiterhin tun. Mehr zu arbeiten ist für mich kein schrecklicher Gedanke, dennoch würde ich gerne erst mal sehen, wie es ist, einen Partner zu haben, der nicht müde ankommt und nach einiger Zeit gehetzt wieder abreist, sondern für uns Zeit hat und tatsächlich präsent ist. Mich aus dem Familieneinkommen auszukoppeln und statt mehr weniger Rechte zu erhalten, empfinde ich als grob undankbar.

Nichts ist bisher klar ausgesprochen, wir haben bald einen Mediationstermin beim Jugendamt. Ich bin fassungslos und habe noch keinen guten Fahrplan für mich. Auf Ihre Meinungen bin ich gespannt.

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About Michael Mary

Ich arbeite seit 1980 als Paar/Individual- und Singleberater und führe Workshops, Seminare und Fortbildungen auf Grundlage der von mir entwickelten Methode, der ‘Erlebten Beratung’ durch. Mittlerweile habe ich 36 Bücher veröffentlicht, darunter sind einige Best- und Longseller. In den Jahren 2008 und 2010 führte ich für den NDR und SWR etliche Paarberatungs-Sendungen im TV durch.